Netd@ys NRW 1998, Projekt des Studienkollegs Bonn, Ergebnis der Internet-Recherche 
von A. Amrakhow: Stichwort "Der Dreißigjährige Krieg"
 
 (Zitat) 
Der Dreißigjährige Krieg 
Als 1618 der Dreißigjährige Krieg mit dem Prager 
Fenstersturz begann, ging es um ständische und 
konfessionelle Konflikte. Der "Aufstand" wurde 
1620 von Kaiser Ferdinand II. beendet. 

Als spanische Truppen die linksrheinische Pfalz 
besetzten und Maximilian von Bayern die Pfälzer 
Kurwürde erhielt, ergriff Christian IV. von 
Dänemark für die evangelische Union die Waffen. 
Er wurde von den Kaisertruppen geschlagen. 
Nachdem der Kaiser die Rekatholisierung aller 
verweltlichten Kirchengüter gefordert hatte, 
landete Gustav II. Adolf von Schweden 1630 
auf Usedom, um die ständische Freiheit und den  
evangelischen Glauben zu schützen. Der Krieg 
bekam eine europäische Dimension. Erst 1634 
wurden die Schweden in Süddeutschland ge- 
schlagen, Kaiser Ferdinand III. nutzte dies zum 
Abschluß des Prager Friedens. 

Frankreich erklärte 1635 Spanien den Krieg und 
griff an der Seite Schwedens in die Ausein- 
andersetzungen ein. Das Reich wurde nun zum 
Schauplatz europäischer Konflikte und macht- 
politischer Interessen.

Der Westfälische Friede 
Während der Krieg weiterging, rangen von 1644 
an Gesandte aus dem Reich und den meisten 
europäischen Staaten um einen Friedensvertrag. 

Die beiden 1648 in Münster und Osnabrück aus- 
gehandelten Teilverträge galten als "Meisterwerk 
der Verhandlungskunst". Sie wurden unveränder- 
liches Reichsgrundgesetz und waren fortan 
Referenzwerk für alle völkerrechtlichen Verträge. 

Die Republik der Vereinigten Niederlande er- 
hielt ihre volle Souveränität, zugleich wurde die 
Schweizer Eidgenossenschaft aus dem Reichs- 
verband entlassen. 

Der Frieden stellte die unsicheren Staaten- 
beziehungen Europas auf eine neue Basis, die 
bis zur französischen Revolution trug. Religions- 
kriege wurden unmöglich, verankert wurde ferner 
das Recht der Untertanen zur Beibehaltung ihres 
Glaubens - allesamt wichtige Schritte zu weltan- 
schaulichem Pluralismus und Toleranz.